Qualitätsverständnis der SAL ist neu eduQua-zertifiziert (Mai 2002)
Von Peter Rütsche
Die Qualitätssicherungsbemühungen der SAL wurden anhand des folgenden Rasters von Qualitätskriterien geprüft:
- Angebote (z.B. Kundenorientierung)
- Darstellung der Angebote und der pädagogischen Leitideen
- Art und Weise der Leistungserbringung
- Lernerfolg der Studierenden
- Lehrkräfte
Die Evaluation des Qualitätsmanagements erstreckte sich nicht nur auf die Institution als Ganzes; im Sinne einer Stichprobe wurde auch ein einzelnes Angebot, nämlich der Kurs "Methodik der Fremdsprachendidaktik", genauestens unter die Lupe genommen.
Angebote
Geprüft wurde, ob die Angebote der SAL die Bildungsbedürfnisse der "Kundinnen und Kunden" befriedigen.Dies ist klar der Fall. Auch Interaktivität wird attestiert; gleich mehrfach wird festgehalten: "Die Kritik und die Anregungen der Studierenden werden ernst genommen." Das Kuratorium als institutionalisierter Kontakt zwischen Schulleitung, Dozierenden und Studierenden wird als wertvoll erachtet. Inhaltlich sei vor allem der Wunsch nach verstärktem Praxisbezug im Auge zu behalten.
Überzeugend ist für die eduQua-Stelle die Abgrenzung zu vergleichbaren universitären Ausbildungsgängen: Die SAL steht auch InteressentInnen ohne Matura und Leuten mit "Brüchen oder Blockaden im Bildungsweg" offen."Die SAL erbringt hier Leistungen und befriedigt Bedürfnisse, die von keinem andern Anbieter erbracht und befriedigt werden können. Dass viele dieser 'Quereinsteiger' die Ausbildung als sehr anforderungsreich erleben, spricht eindeutig für die Qualität der SAL."
Die Zahl der StudienabbrecherInnen bewege sich zudem im Rahmen des üblichen, was bei einer berufsbegleitenden Ausbildung keineswegs selbstverständlich sei.Um die Gründe für den Ausstieg zu erfahren, werden "Austrittsgespräche" vorgeschlagen. "Dem Auditor ist allerdings bewusst, wie schwierig solche Austrittsgespräche durchzuführen sind; gerade in Institutionen,wo der grösste Teil der Studierenden einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, kommt es oft zu abrupten Studienabbrüchen aufgrund von Faktoren, die mit der Ausbildung in keinem Zusammenhang stehen."
Darstellung der Angebote und der pädagogischen Leitideen
Im Leitbild der SAL sind eine Reihe von Grundgedanken festgehalten, z.B. Praxisbezug, Modularisierung, Selbstverantwortung, intensive Lernkontrolle. Diese Kernpunkte der SAL-Ausbildungsphilosophie "prägen konsequent sämtliche SAL-Dokumente",so der Bericht; die Darstellung der Angebote und der pädagogischen Leitideen wird dementsprechend als "transparent" beurteilt. Bei der Prüfung des Informationsmaterials der SAL fiel der Zertifizierungsstelle "die ansprechende grafische Gestaltung und die Übersichtlichkeit" auf. Details (Übersicht über angebotene Fremdsprachen, Unterscheidung von Sprachniveaus) seien aber noch verbesserungsfähig, heisst es im Evaluationsbericht.
Art und Weise der Leistungserbringung
Unter diesem Titel untersuchte die eduQua-Stelle, ob die SAL ihre Leistungen kundenorientiert, ökonomisch, effizient und effektiv erbringt.Dies konnte ohne Einschränkungen bejaht werden – "wobei die bescheidene Dotierung der Verwaltung und der schlanke 'Overhead' als besonders positiv hervorzuheben sind."
Lernerfolg der Studierenden
Aufgrund der intensiven Lernkontrolle an der SAL kommt das Gutachten zum Schluss: "Der Lernerfolg der Teilnehmenden ist nachhaltig." Hervorgehoben wird die geringe Zahl ungenügender Noten; Klärungsbedarf sieht die Zertifizierungsstelle bei der Frage,warum sich jeweils nur etwa zwei Drittel der Studierenden zu Prüfungen anmelden.
Lehrkräfte
Die Anmerkungen zu diesem Qualitätskriterium sind am umfangreichsten ausgefallen. Grundsätzlich gilt: "Die Lehrkräfte sind engagiert sowie fachlich, methodisch und didaktisch auf dem neuesten Stand." Das System der Unterrichtsevaluation wird positiv hervorgehoben, ebenso die Weiterbildung der Fremdsprachen-DozentInnen.Grosses Lob zollt das Gutachten dem Verhältnis von Dozierenden und Studierenden; es wird "generell als offener, anregender und kameradschaftlicher erlebt als in der Deutschschweiz sonst üblich,ein gerade für die Ausbildung im sprachlichen Bereich zentraler Faktor." Ein Manko besteht nach Ansicht der Zertifizierungsstelle am ehesten im Bereich der methodisch-didaktischen Ausbildung der Lehrkräfte, das freilich "in den meisten Fällen durch reiche praktische Erfahrung kompensiert wird". Der eduQua-Auditor schlägt vor,eine verstärkte interne Weiterbildung zu erwägen, gesteht aber zu, dass die Spezifik des SALLehrkörpers (zwei von drei Lehrkräften unterrichten ein Pensum von weniger als 40 Prozent) einer solchen Massnahme entgegensteht.
Fazit
Das eduQua-Verfahren, das die SAL erfolgreich durchlaufen hat, dient (anders als die staatliche Anerkennung der Diplome) nicht der Zertifizierung von Lehrgängen oder gar von einzelnen Kursen; es evaluiert ausschliesslich das Qualitätsmanagement der Schule - und kommt dabei zu folgendem Schluss: "Die SAL überprüft regelmässig ihre Leistungen mit differenzierten und kundenorientierten Instrumenten und zieht auch umgehend die Konsequenzen aus diesen Messungen.Die kontinuierliche Selbstreflexion der Institution, verbunden mit mehrfachen externen Evaluationen, führt zu einem kumulativ verdichteten Qualitätsbewusstsein und verdient höchste Anerkennung."
Die Leitungsgremien und die Dozierenden der SAL verstehen diesen positiven Befund als Verpflichtung für die Zukunft.
eduQua
"eduQua" ist ein Qualitätslabel für Institutionen der Weiterbildung in der Schweiz. Träger sind das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) und das seco. Die Geschäftsstelle ist beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB. Das Verfahren besteht darin, dass die betreffende Weiterbildungsinstitution schriftliches Material zusammenträgt, welches Auskunft gibt
- über das Qualitätsverständnis der Schulleitung,
- über die Institution,
- über ein einzelnes Angebot aus dem gesamten Kursangebot der Schule.
Diese Materialien werden einer unabhängigen Zertifizierungsstelle zur Prüfung vorgelegt, im Fall der SAL dem Institut für Qualitätsmanagement und angewandte Betriebswirtschaft an der Hochschule für Technik,Wirtschaft und Soziale Arbeit (IQB-FHS) in St.Gallen.Besagte Zertifizierungsstellen benötigen ihrerseits eine Zulassung durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS, einer Abteilung des Bundesamtes für Messwesen.
Die SAL sammelte im Verlauf des letzten Jahres die erforderlichen Materialien und wurde im Januar 2002 von der Zertifizierungsstelle über das positive Resultat der Prüfung unterrichtet.Nach drei Jahren ist jeweils eine Rezertifizierung nötig.
eduQua als künftiger Qualitätsstandard
Die SAL hat sich dem eduQua-Verfahren unterzogen, weil sie die vermutete hohe Qualität von Unterricht und Dienstleistungen der Schule von unabhängiger Seite ausdrücklich bestätigt haben wollte. Die im Schlussbericht des Gutachters genannten Punkte geben wertvolle Fingerzeige, welchen Kurs die Schule in den nächsten Jahren verfolgen wird
Darüber hinaus ist absehbar, dass eduQua in der Schweiz zum anerkannten Qualitätsstandard werden wird. Eine Institution, welche weder dieses noch ein anderes Qualitätslabel (etwa ISO 9001 oder EFQM) vorweisen kann,dürfte für seine AbsolventInnen in absehbarer Zeit kaum mehr staatliche Leistungen (Stipendien) erhalten.
Dr.Peter Wirth, Delegierter für Qualitätssicherung der SAL
