Die SAL | Semikolon | Semikolon 2004

Editorial

Eine Reifeprüfung namens "Gattopardo"

Die ehemalige SAL-Studentin Giovanna Waeckerlin Induni hat sich einen Namen als literarische Übersetzerin gemacht. Jüngstes Beispiel ist der 2004 im Piper Verlag erschienene Roman «Der Gattopardo» von Tomasi di Lampedusa. «Lob der Schwachheit» von Alexandre Jollien (Pendo Verlag, 2001) und Übersetzungen für die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia sind weitere Beispiele.Giovanna Waeckerlin übersetzt unter anderem vom Französischen, Italienischen und Spanischen ins Deutsche. Ihre Muttersprache ist Italienisch.

Von Nadine Olonetzky

Von Trockenkapseln und Kanonenschüssen

Entgegen dem weit verbreiteten Glauben ist Sprachkompetenz nicht gleich Übersetzungskompetenz. Sprachkompetenz ist zwar eine wichtige Voraussetzung fürs Übersetzen, und viele angehende Übersetzerinnen und Übersetzer verfügen noch nicht über ausreichende Kenntnisse ihrer Muttersprache. So wird denn auch im Übersetzungsunterricht intensiv an der Ausdrucksfähigkeit gearbeitet. Grammatikalische Details, stilistische Finessen, die richtige Wortwahl, aber auch Fragen der korrekten Interpunktion sind Thema des Unterrichts.Doch was gehört sonst noch zum Übersetzen? Wie wird Übersetzungskompetenz gelehrt? Und wie werden die Studierenden an der SAL auf die Praxis vorbereitet? Ein Einblick in den Übersetzungsunterricht Französisch-Deutsch.

Von Nicole Wulf

Es gibt keinen genaueren Leser als einen Übersetzer

Rafaël Newman kommt 1964 als Enkel von europäischen Einwanderern in Montreal/Kanada zur Welt. Er studiert von 1981 bis 1986 in Toronto Griechische und Lateinische Literatur und geht 1987 nach Princeton/USA,wo er 1994 seine Studien mit einer Dissertation über Aristophanes abschliesst.Mit seiner Frau, einer Schweizerin, zieht er 1997 für ein Jahr nach Berlin und dann nach Zürich. Rafaël Newman ist heute zu 80 Prozent in einer Firma für Fachübersetzungen im Bereich Finanzdienstleistungen und Telekommunikation angestellt und führt daneben freie Aufträge aus. 2002 erschien die von ihm herausgegebene Anthologie «Contemporary Jewish Writing in Switzerland » (deutsch: «Zweifache Eigenheit – Neue jüdische Literatur aus der Schweiz», Limmat Verlag). Rafaël Newmans Muttersprache ist Englisch. Sprachbegabt, wie er ist, spricht er inzwischen auch Berndeutsch.

Von Nadine Olonetzky

Eine ganze Welt transportieren

Dorothea Trottenberg, 1957 in Dortmund geboren, studierte Slavistik, Politikwissenschaft und Osteuropäische Geschichte in Köln mit Studienaufenthalten an den Universitäten von Sofia/Bulgarien und Leningrad/UdSSR. Seit 1990 lebt sie in der Schweiz und arbeitet sowohl als Bibliothekarin in der Universitätsbibliothek Basel wie als freie Übersetzerin zeitgenössischer und klassischer russischer Literatur. 2003 erschien in ihrer Übersetzung die Urfassung von Leo Tolstois «Krieg und Frieden» (Eichborn Verlag), 2004 Tolstois Erzählung «Familienglück» (Dörlemann Verlag).Dorothea Trottenberg wurde unter anderem mit dem Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds (2000) und der Anerkennungsgabe der Literaturkommission der Stadt Zürich (2003) ausgezeichnet. Ihre Muttersprache ist Deutsch.

Von Nadine Olonetzky

Hier spricht man Tibetisch

Der Fotograf Manuel Bauer und der Journalist Christian Schmidt arbeiten gemeinsam an einem Buch über den Dalai-Lama. Unter dem Titel «Journey for Peace» wird es 2005 zum 70.Geburtstag des XIV.Oberhaupts der Tibeter auf Englisch und unter dem Titel «Unterwegs für den Frieden» auf Deutsch erscheinen; der Titel für die französische Ausgabe ist noch nicht bestimmt. In welcher Sprache aber sollte man den Dalai-Lama interviewen? Tibetisch oder Englisch? Sollte ein Übersetzer dabei sein oder besser nicht? Ein Werkstattbericht aus der mehrsprachigen journalistischen Praxis.

Von Christian Schmidt

Aaaaaagh, do be do be do! How do you do? And do do you how?!

Ein Besuch beim Übersetzerstammtisch

Von Nadine Olonetzky

Reportagen gegen das Vergessen

Grosse Ehre für den SAL-Absolventen Andreas Schürer: Für seine beiden Reportagen über das Schicksal einer aus Stäfa weggemobbten kosovarischen Familie wurde dem Regionalredaktor der «Zürichsee-Zeitung» im Mai der diesjährige Zürcher Journalistenpreis verliehen.Der erfolgreiche Jungjournalist gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte der preisgekrönten Texte, erläutert sein Verhältnis zur lokaljournalistischen Arbeit und verrät,welche Projekte er in Zukunft anpacken wird.

Von Peter Rütsche

«Was mich enttäuscht, ist, dass man mit ein paar Beispielen alles kaputtmacht»

Wird sie im nächsten Jahr verbindlich oder abgeschafft? Nach Jahren, in denen sie kaum ein Thema war, vermag die Orthografiereform plötzlich wieder die Gemüter zu erregen. Die neuerliche Verunsicherung darüber, wie inskünftig geschrieben werden soll, trifft eine Sprachberufsschule wie die SAL naturgemäss besonders stark. SEMIKOLON hat deshalb Stefan Bosshard, der an der Schule unter anderem Orthografie unterrichtet, gebeten, zur aktuellen Entwicklung Stellung zu nehmen. Die Fragen stellte Peter Rütsche.

Ausbildung als Besteck für die Zukunft

Am Ende des Sommersemesters diplomierte die Schule für Angewandte Linguistik 33 Absolventinnen und Absolventen in den Berufsrichtungen Journalismus, Sprachunterricht und Übersetzen.Der grösste Teil der verliehenen Diplome ging dabei an angehende Journalistinnen und Journalisten.

Diplomübergabe im Hauptbahnhof Zürich

Unter dem Motto «Gelassenheit statt Hektik» fand am Ende des Wintersemesters 2003/2004 die Diplomfeier der Schule für Angewandte Linguistik im gediegenen Restaurant Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof statt. 30 Studierende wurden für ihre Leistungen mit den begehrten Berufsdiplomen ausgezeichnet.

 

Zusammenfassungen von SAL-Abschlussarbeiten

Übersetzen: Literatur, Orte und Vereinigungen

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