Weiterbildung | Lektorieren

Lehrgangsphilosophie

Charakteristisch für das Berufsfeld des Lektorierens (Redigierens) ist, dass die darin Tätigen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und Ansprüchen konfrontiert werden. Um dieser Heterogenität Rechnung zu tragen, ist die Ausbildung ausgeprägt generalistisch orientiert.

Der Lehrgang beschränkt sich jedoch nicht auf das Überarbeiten von Fremdmanuskripten, sondern deckt das ganze Spektrum von Aufgaben im Rahmen des Produktmanagements ab: Rekrutierung und Betreuung von Autoren, Planung, Gestaltung/Aufmachung, Kalkulation und Vermarktung von Einzeltexten und Text-Reihen (Programmen) sowie Koordination zwischen den diversen am Herstellungsprozess beteiligten Akteuren. Diese Aspekte bilden in der Praxis die «Leitplanken» für jeden Überarbeitungsentscheid. Um diese Praxisnähe zu garantieren, ist die Ausbildung integrativ konzipiert.

Der Lehrgang ist zudem ganz auf Praxisnähe angelegt. Dies bedeutet nicht, dass auf die Vermittlung von Grundlagen oder auf Reflexionsangebote verzichtet wird; an alle Theorie- und Reflexionseinheiten wird jedoch der strenge Massstab der Praxisrelevanz angelegt.

Aufgrund dieser dezidierten Ausrichtung auf die Berufspraxis ist es unerlässlich, dass alle TeilnehmerInnen sich um ein Mindestmass an praktischer Erfahrung in einem der Arbeitsfelder des Lektorierens bemühen. Zu welchem Zeitpunkt dies geschieht, ist freigestellt; mit Rücksicht auf die Progression der Lerninhalte ist es empfehlenswert, im Verlauf des zweiten Drittels der Ausbildung nach entsprechenden Gelegenheiten zu suchen. Selbstverständlich werden auch vorgängig gemachte Lektoratserfahrungen akzeptiert.
Über die Anrechnung von Praxiserfahrungen entscheidet die Lehrgangsleitung.

Lehrgangsleitung und Dozententeam
Leiter des Lehrgangs ist Peter Rütsche. Er ist ausgebildeter Linguist und seit mehr als 20 Jahren als Kursleiter und Coach tätig. Sein Spezialgebiet ist die Schriftkommunikation, d.h. Konzipierung, Formulierung und Überarbeitung von Texten für jegliche Zielgruppen. Zudem ist er an der SAL für den Diplomstudiengang Journalismus (inkl. Corporate Publishing) zuständig. Er wird im Lehrgang Lektorieren in all diesen Bereichen auch als Dozent präsent sein.

Der Lehrgangsleiter wird von einem Team von Verlags- und Lektoratsfachleuten unterstützt, das die berufspraktische Ausrichtung im Einzelnen festlegt und überwacht. Auch die Mitglieder des Begleitteams werden i.d.R. als Dozierende im Lehrgang vertreten sein.

Als zusätzliche Dozierende werden ebenfalls mehrheitlich Verlags- und Lektoratsfachleute aus Schweizer Verlagen herangezogen, die über langjährige Berufserfahrung verfügen und denen ein dezidiertes Interesse an der Professionalisierung des beruflichen Lektorierens gemeinsam ist. Für einzelne Einheiten werden zudem Sprach- und Kommunikationsfachleute der SAL oder Externe beigezogen.

Dauer, Ort und Durchführungsform
Der Lehrgang umfasst total 327 Präsenzstunden, verteilt auf 109 Einheiten à 3 Stunden (180 Minuten inkl. Pause). Der Unterricht findet an Freitagen und Samstagen statt, in folgender Verteilung:

•    31 Abendkurse am Freitag (17-20 Uhr)
•    15 Halbtageskurse am Freitag (13-16 und 17-20 Uhr)
•    24 Ganztageskurse am Samstag (9-12 und 13-16 Uhr)

Die 51 Unterrichtswochen werden durch insgesamt 17 Wochen unterbrochen, an denen kein Unterricht stattfindet.

Kursort sind primär die Räumlichkeiten der SAL (Hohlstrasse 550,  8048 Zürich). Einzelne Lehrgangseinheiten finden ausserhalb statt.

Zulassungs- und Anmeldebedingungen

Die Zulassung zum Lehrgang kennt keine grundsätzlichen formalen Voraussetzungen. D.h. es ist kein spezifischer Abschluss (z.B. Matura/Abitur oder ein Studienabschluss) und auch keine vorgängige berufliche oder private Erfahrung in einem der Arbeitsfelder des Lektorierens (Redigierens) notwendig, wenngleich eine solche natürlich wünschenswert ist.

Mit Blick auf das Arbeitsfeld des Übersetzungslektorats sei aber darauf hingewiesen, dass das Lektorieren von Übersetzungen eine (abgeschlossene oder begonnene) Übersetzungsausbildung voraussetzt, wie sie z.B. die SAL anbietet.

Ebenso ist im Arbeitsfeld des journalistischen Redigierens (und z.T. im Corporate Publishing) eine einschlägige Ausbildung von Vorteil. Auch in diesem Bereich ist die SAL – neben anderen Anbietern – präsent.

Für alle Arbeitsfelder des Lektorierens ist jedoch eine ausgeprägte muttersprachliche Kompetenz unerlässlich. Diese wird von der Lehrgangsleitung anhand des Bewerbungsdossiers eingeschätzt.

Die Anmeldung zum Lehrgang erfolgt über das Einreichen eines Dossiers, das aus drei Teilen besteht:

  • Lebenslauf
    Inkl. Belege für absolvierte Ausbildungen oder berufliche Tätigkeiten mit Relevanz für das Arbeitsfeld des Lektorierens
  • Motivationsschreiben (mind. 1 Seite)
    Beantworten der Frage: «Was befähigt und was motiviert mich zur Teilnahme an diesem Lehrgang»?
  • Szenario (mind. 2 Seiten)
    Der Bewerber bzw. die Bewerberin bestimmt aufgrund eigener Interessen oder Erfahrungen ein Thema und einen Publikationsort für einen grösseren Text (z.B. ein Buchprojekt, einen umfangreichen journalistischen Artikel oder einen komplexeren Corporate-Publishing-Beitrag).

    Der Bewerber bzw. die Bewerberin wechselt nun in die Rolle der lektorierenden/redigierenden Person, die mit dem unter a) skizzierten Fall betraut wäre, und legt dar, mit welchen Schwierigkeiten in dieser konkreten Arbeitssituation vermutlich zu rechnen wäre.

Anmeldungen sind zu richten an: SAL, Lehrgang Lektorieren, Hohlstrasse 550, 8048 Zürich.

Die Lehrgangsleitung behält sich vor, als ausreichend qualifiziert beurteilte BewerberInnen schon vor Anmeldeschluss zum Lehrgang zuzulassen. Das Assessment für die verbleibenden Plätze im Lehrgang findet in der Woche nach Anmeldeschluss statt.

Lehrgangsbeginn ist Anfang April 2019.

Inhalte

Der Lehrgang ist modular angelegt:

  • Übersichtsmodule vermitteln einen ersten Eindruck von der Heterogenität des Lektorierens (Redigierens, Textoptimierens). Sie unterstützen darüber hinaus LehrgangsteilnehmerInnen, die noch keine einschlägige praktische Erfahrung aufweisen und sich nach einer Gelegenheit umsehen, diese zu erwerben, beim Entscheid für eines der beschriebenen Arbeitsfelder.
     
  • Produktmanagement-Module behandeln die relevanten «Leitplanken», in deren Rahmen sich die konkrete Textüberarbeitung vollzieht (Autorenrekrutierung, Planung und Konzeption, Gestaltung, Kalkulation und Vermarktung von Texten und Textreihen). Die Arbeitsfelder des Lektorierens unterscheiden sich in diesen Rahmenbedingungen z.T. markant voneinander. Um die Praxisnähe der Ausbildung zu gewährleisten (und um Wiederholungen zu vermeiden), werden die Produktmanagement-Module – anders als alle anderen – in vier Teilgruppen unterrichtet: Produktmanagement im klassischen Verlag, im Lehrmittelverlag, im Corporate Publishing und Journalismus sowie im Übersetzungsbüro. Es bleibt den LehrgangsteilnehmerInnen überlassen, welcher Teilgruppe sie sich anschliessen möchten.
  • Linguistische Grundlagenmodule vermitteln das berufsrelevante sprachlich-kommunikative Wissen. Durch umfangreiche Theorie- und Übungseinheiten in den Bereichen Grammatik, Satz- und Textanalyse, Stilistik/Rhetorik, Soziolinguistik sowie Textsorten- und Gattungslehre wird das Sprachvermögen der LehrgangsteilnehmerInnen gezielt erweitert. Die Bewusstmachung linguistischer Grundlagen soll zudem die Reflexion und kompetente Begründung von Überarbeitungsentscheiden unterstützen.
  • Spezifische Vertiefungsmodule widmen sich einzelnen arbeitsfeldübergreifenden Problembereichen, deren Relevanz von Fall zu Fall wechseln kann. Vorgesehen sind z.B. Einheiten zur Medienwahl, zum Verhältnis von Text und Bild, zur grafischen Gestaltung, zu interkulturellen und zu kommunikationspsychologischen Aspekten der Lektoratstätigkeit, zur Recherche und zu den Spezifika freier Lektoratstätigkeit.
  • Werkstatt-Module bilden das «Herzstück» des Lehrgangs. Dozierende aus allen Arbeitsfeldern des Lektorierens konfrontieren die KursteilnehmerInnen mit immer wieder neu gelagerten Problemfällen aus der beruflichen Praxis. Die strikt fallorientierte Anlage des Unterrichts ermöglicht es, die in den Produktmanagement-Modulen, linguistischen Grundlagenmodulen und spezifischen Vertiefungsmodulen vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten immer wieder aufs Neue anzuwenden und zu erproben. Der stete Wechsel zwischen den Arbeitsfeldern soll zudem die Heterogenität von Lektoratsaufgaben in der Praxis widerspiegeln und – nicht zuletzt – für Abwechslung im Studienverlauf sorgen.
  • Praxistransfer-Module dienen ebenfalls der Behandlung aufschlussreicher Fälle aus der Berufspraxis. Im Unterschied zu den Werkstatt-Modulen werden die behandelten Fälle aber nicht von Dozierenden beigesteuert, sondern entstammen der Lektoratspraxis einzelner LehrgangsteilnehmerInnen. Die Diskussion im Plenum soll zur Reflexion eigener Arbeitserfahrungen anleiten.
  • Coaching-Module dienen der Betreuung des Diplomprojekts. Ergänzend zu diesen im Kursgeld inbegriffenen Coachings ist es auch möglich, fakultative Lerneinheiten in Anspruch zu nehmen. Diese bieten Gelegenheit zur selbstgesteuerten Vertiefung bestimmter Aspekte oder Problembereiche des Lektorierens im Austausch mit einem frei gewählten Coach. Als nicht-obligatorischer Teil des Lehrgangs sind sie jedoch nicht im Kursgeld inbegriffen, sondern werden (zu einem einheitlichen Tarif) individuell vereinbart.


Aufgrund der generalistischen Orientierung des Lehrgangs sind – mit einer Ausnahme (Produktmanagement) – prinzipiell alle Module von allen Teilnehmenden zu besuchen.
Personen, denen bestimmte Ausbildungsinhalte bereits aus einer vorgängigen Ausbildung (oder aufgrund einschlägiger Berufserfahrung) vertraut sind, kann jedoch das entsprechende Modul erlassen werden. Über die Anrechnung von Vorleistungen wird während der Zulassung zum Lehrgang (Assessment) entschieden.

Finanzielle Bestimmungen

Die Gesamtkosten des Lehrgangs betragen CHF 14'700.–. Dieser Betrag ist in drei Semester-Tranchen fällig.

Die Teilnehmerzahl ist auf max. 20 Personen beschränkt. Aus diesem Grund müssen unter Umständen gleich qualifizierte Interessenten abgewiesen werden. Ein vorzeitiger Abbruch des Lehrgangs ohne Kostenfolgen ist deshalb nicht möglich.
Zugelassen wird nur, wer über die Bereitschaft und die (finanziellen und zeitlichen) Ressourcen verfügt, den gesamten Lehrgang zu absolvieren. Zu diesem Zweck wird im Rahmen des Assessments ein Ausbildungsvertrag vereinbart.

Für die Sichtung der Bewerbungsunterlagen und die Bewerbungsgespräche wird eine Gebühr von CHF 200.– erhoben.
 

Abschluss

Wer den Lehrgang absolviert hat, erhält ein SAL-Diplom, das die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten bestätigt. Die Träger des Lehrgangs – die SAL als Höhere Fachschule mit über 40-jähriger Erfahrung als Ausbildungsstätte für Sprachberufe und die Dozierenden mit langjähriger Lektoratserfahrung – garantieren für eine dezidierte Ausrichtung des Lehrgangs an den Erfordernissen der Berufspraxis.

Diplomierungsbedingungen:

  • Teilnahme an mind. 85 % der Lehrgangseinheiten.
  • Nachweis von praktischer Erfahrung in einem der Arbeitsfelder des Lektorierens (Redigierens, Textoptimierens).
  • Bearbeiten eines Diplomprojekts, das durch eine (individuell wählbare) Betreuungsperson aus dem Dozententeam des Lehrgangs vorgegeben wird.

Start des Studiengangs

Der Studiengang kann nur gestartet werden, wenn genügend Neuanmeldungen eintreffen. Die SAL informiert die Angemeldeten spätestens 3 Wochen vor dem Start über die Durchführung. Allfällig bereits geleistete Studiengebühren werden zurückerstattet.